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Energieausweis - Erklärung der wichtigsten Werte:

Quelle lt. Herrn Alexander Rosenkranz vom 17.02.2015

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Die Energiekosten verursachen einen großen Teil der monatlichen Haushaltskosten und sind bei Miete und Kauf immer öfter ein bedeutendes Entscheidungskriterium. Kennzeichnend für den energetischen Zustand eines Gebäudes ist dabei der Energieausweis. Die darin enthaltenen Angaben sind für viele Verbraucher jedoch häufig nicht greifbar. Wir geben Ihnen eine kurze und verständliche Erklärung zu den wichtigsten Werten im Energieausweis. Eine kurze Zusammenfassung können Sie am Ende des Artikels lesen!

Die wichtigsten Werte im Energieausweis

Neben einer Reihe von allgemeinen Gebäudedaten, wie Baujahr, Anzahl der Wohnungen und Nutzfläche, enthält der Energieausweis drei wichtige Größen für die Kennzeichnung der energetischen Qualität eines Gebäudes. Diese sind:

  • der Endenergiebedarf

  • der Primärenenergiebedarf (http:baunetzwissen.de/glossarbegriffe/Nachhaltig-Bauen-Primaerenergiebedarf-QP_664168.html)

  • der Transmissionsverlust   (http://buderus.de/Golossar/T/Transmissionsverlust-3839147.html)

  • Mit der Novellierung der Energieeinsparverordnung im Jahr 2014 wurden zusätzlich Energieeffizienzklassen zur einfachen Einschätzung der energetischen Qualität eingeführt.

  • Der Transmissionswärmeverlust

    Der Transmissionswärmeverlust (Ht) beschreibt die energetische Qualität der Gebäudehülle und lässt sich am besten über seine Einheit erklären. Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m²K) heißt, dass bei einem Grad Celsius Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außenseite, über 1 Quadratmeter Hüllfläche genau 1 Watt transportiert wird.  

    Ein Beispiel:  Bei einem Ht-Wert von 1 W/m²K geht bei einem Temperaturunterschied von 1 °C zwischen Innen- und Außenseite einer Wand  je Quadratmeter 1 W verloren. Bei 10 °C Temperaturunterschied, also bei einer Raumtemperatur von 20 °C und einer Außentemperatur von 10 °C, gehen je Quadratmeter der Wand schon 10 Watt verloren.

    Der  Transmissionsverlust im Energieausweis ist besonders gut, wenn der Zahlenwert klein ist. 

    Der Endenergiebedarf

    Der Endenergiebedarf gibt an, wie viel Energie das Gebäude tatsächlich zur Beheizung benötigt. Er wird in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr angegeben (kWh/m²a) und kann somit auch für einen Vergleich der energetischen Qualität verschiedener Gebäude herangezogen werden.

    Da der Endenergiebedarf bereits alle Verluste, die zum Beispiel bei der Verbrennung im Kessel, der Verteilung im Gebäude oder über die Außenwände auftreten, berücksichtigt, kann er direkt für die Berechnung der Brennstoffkosten verwendet werden. 

    Ein Beispiel: Für ein Gebäude mit 70 kWh/m²a und einer beheizten Fläche von 100 m², wird jedes Jahr eine Energie von 7.000 kWh benötigt. Mit einem Gas-Preis von 6,45 ct/kWh (Quelle: Verivox Verbraucherpreisindex Stand 02/2015) (http://www.vervox.de/verbraucherpreisindex-gas/)) entstehen dabei jährlich Kosten von 451,50 €, sofern Gas als Brennstoff eingesetzt wird.

    Der Primärenergiebedarf im Energieausweis

    Der Primärenergiebedarf berücksichtigt neben dem eigentlichen Energiebedarf zur Beheizung, auch den Aufwand für Gewinnung, Herstellung und Transport der eingesetzten Rohstoffe. Im Energieausweis steht er für die Umweltbilanz eines Gebäudes.  

    Ermittelt wird er über die Multiplikation aus Endenergiebedarf und einem brennstoffspezifischen Primärenergiefaktor.

  • Primärenergiefaktor Gas = 1,1

  • Primärenergiefaktor Holz = 0,2

    Ein Beispiel: Bei einem Endenergiebedarf von 70 kWh/m²a beträgt der Primärenergiebedarf mit Gas 77 kWh/m²a. Wird hingegen Holz als Brennstoff eingesetzt, beträgt der  Primärenergiebedarf nur 14 kWh/m²a. Der Grund für den Unterschied ist, dass Gas aufwändig gefördert, umgewandelt und oft auch über weite Entfernungen transportiert werden muss, wohingegen Holz ein regenerativer und regionaler Brennstoff ist.

    Je niedriger der  Primärenergiebedarf ist, desto besser ist in der Regel auch die Umweltbilanz des Gebäudes.

    Die Energieeffizienzklassen

    Um die Ergebnisse im Energieausweis einfach interpretieren zu können, wurden mit der Neuauflage der Energieeinsparverordnung im Jahr 2014 Energieeffizienzklassen eingeführt. Ähnlich der Bewertung von elektrischen Geräten gibt es dabei eine Skala von A+ bis H. Die Grafik zeigt die Verknüpfung der Effizienzklassen mit dem Endenergiebedarf und den dabei entstehenden Energiekosten, jeweils bezogen auf einen Quadratmeter.

    Ein durchschnittliches Gebäude nach Anforderungen der Energieeinsparverordnung entspricht in etwa der Effizienzklasse A/B im Energieausweis.  Durchschnittliche Bestandsgebäude liegen im Bereich E.

    Fazit und Zusammenfassung

    Der Energieausweis ist erstes Kennzeichen für die Energieeffizienz eines Gebäudes und verdeutlicht bei Kauf oder Miete schnell wie hoch die zu erwartenden Energiekosten sein werden. Dabei gibt es drei wichtige Kenngrößen:

 

  • Transmissionsverlust, für die Qualität der Gebäudehülle (Fenster, Fassade, Dach, usw.), je kleiner der Wert, desto weniger Wärme geht verloren

     
  • Energiebedarf, für die tatsächlich benötigte Energie in kWh/m²a, je kleiner der Wert, desto niedriger sind die Energiekosten

  • Primärenergiebedarf, als Kennzeichen für die Umweltbilanz eines Gebäudes in kWh/m²a, je kleiner der Wert desto umweltfreundlicher ist das Gebäude 

    Mit den Effizienzklassen, eingeführt im Jahr 2014, wird die energetische Qualität auf den ersten Blick sichtbar. Von überdurchschnittlich effizienten Gebäuden der Klasse A+, über heutige Neubauten der Klassen A und B, bis hin zum durchschnittlichen Bestandsgebäude der Klasse F, ermöglicht die Skale einen einfachen Vergleich unterschiedlicher Gebäude.

  • Faustformel somit: Traue niemanden über 100